

Am Mittwochabend trafen sich 13 Neugierige am Schulsportplatz, um unter Anleitung von Martin Steininger vom Bayerischen Fußballverband eine Fußballvariante kennenzulernen, bei der ausgerechnet das verboten ist, was Fußballer sonst besonders gern tun: rennen. Beim Walking Football muss stets ein Fuß den Boden berühren – eine einfache Regel, die den alten Jagdinstinkt jedoch erstaunlich zuverlässig auf die Probe stellte.
Auch Grätschen, harter Körpereinsatz und hohe Bälle sind tabu. Gespielt wird ohne Torwart auf kleinere Tore, vor denen ein Sperrkreis liegt. Wer früher beherzt in den Strafraum stürmte oder sich in bester Torwartmanier auf den Boden warf, musste sich deshalb merklich am Riemen reißen. Regelverstöße blieben trotzdem nicht unbemerkt – die Mitspieler sorgten mit Humor dafür, dass jeder kleine Ausflug in den klassischen Fußball sofort kommentiert wurde.
Spätestens im Probespiel zeigte sich, dass „Walking" keineswegs mit gemütlichem Spaziergang zu verwechseln ist. Die zunächst belächelten vier Spielzeiten à 15 Minuten verlangten Kondition, Übersicht und Selbstdisziplin. Das torreiche 11:8 bewies außerdem: Auch ohne Sprint und Fluggrätsche kann es ordentlich zur Sache gehen. Selbst die Sonderregel bei drei Treffern Rückstand kam zum Einsatz – personeller Verstärkung inklusive.
Nach dem Training war die Stimmung eindeutig: Hallbergmoos will eine Walking-Football-Mannschaft aufbauen. Hans Hartshauser, Martin Balden und Christian Schiele vom VfB kümmern sich um die nächsten Schritte; Steininger sagte seine Unterstützung zu. Schließlich gilt Bayern auf diesem Gebiet noch als „Entwicklungsland", obwohl Walking Football andernorts längst etabliert ist und sogar Welt-, deutsche und bayerische Meister hervorbringt. Frauen und Inklusionsteams sind ausdrücklich willkommen.
Das Fazit der ersten Einheit: weniger Verbissenheit, viel Spaß und dennoch eine gute Portion Anstrengung, Taktik und Technik. Einladungen zu Hallenturnieren im November und Januar liegen bereits vor. Bis dahin heißt es für das künftige VfB-Team: Ball laufen lassen – und selbst bitte nur gehen.
